05.11.2002 – Wie gelangt meine Website in die Suchmaschinen?

Vom böhmischen Dorf zur virtuellen Metropole

Heidelberg/Berlin (www.xmachina.de). Internetuser suchen im weltweiten Datennetz gezielt nach Informationen. Dabei rückt eine Webinstanz immer stärker ins Visier der Wissbedürftigen: die Suchmaschine. Doch bringen die Trefferlisten der Suchmaschinen wirklich die besten Links? Und noch wichtiger: Wird meine Website in der Trefferliste überhaupt aufgeführt? Und wenn ja, wo? Dies sind Fragen, die sich die Betreiber von Websites immer wieder stellen.

Finden und gefunden werden - ein zentrales Problem von Suchmaschinen. Die User wollen die gesuchten Informationen schnell und unkompliziert finden - die Betreiber von Websites mit ihren Produkten problemlos gefunden werden. Und genau da liegt der wunde Punkt für die Anbieter von Webinhalten: das Nichtgefundenwerden. Es wird viel Geld investiert, um Websites zu produzieren. Nur: Beim Informationsshopping muss Internetnutzern vor Augen gebracht werden, welche Sites ihnen die Informationen bringen, die sie suchen. Viel Geld ausgeben, die eigene Internetadresse offensiv vermarkten - das ist ein Weg, um gefunden zu werden. Es gibt aber auch andere Wege, z. B. die eigene Website so zu optimieren, dass sie von Suchmaschinen gefunden wird.

Einsatz von sichtbaren Metadaten

Noch im Jahr 1999 enthielten gerade ein Drittel aller Webdokumente Metadaten etwa in der Form , die ihren Inhalt beschrieben. Dies hat sich mittlerweile zwar verbessert, was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass hier ein immenses Optimierungspotenzial versteckt ist. Gerade der Einsatz von offenen Metadaten wie in den Titel-Tags, birgt einen seriösen und transparenten Weg, die Website für alle Interessierten zugänglich zu machen. Andere Websites transportieren den Großteil ihrer Inhalte über Flash-Animationen, Bilddateien oder Javascript - auch damit haben die Auswertungsmechanismen der Suchmaschinen erhebliche Schwierigkeiten. Für Informationen, die über Audio- oder Video-Streams ausgestrahlt werden, gilt das gleiche Fazit: Sie werden kaum wahrgenommen werden, solange die Animationen nicht durch die Dokumentation reichhaltiger Metadaten ergänzt werden. Welche Möglichkeiten die Auswertung von Metadaten bereithält, wird deutlich, wenn man sich die Idee des "Semantic Web" des WWW-Mitbegründers Tim Berners-Lee vor Augen führt. Ein mitdenkendes Netz, das eine Einladung zum Essen verschickt und aufgrund von Metadaten ersehen kann, was die eingeladenen Gäste für kulinarische Vorlieben haben.

Futter für Spider und Crawler

Kommen wir aber wieder zurück in die Gegenwart. Was noch wie weit entfernte Science-Fiction klingt, birgt bereits heute den Schlüssel zu anhaltendem Erfolg in Suchmaschinen: die Ausstattung von Webseiten mit seitenspezifischen Titel- und Keyword-Meta-Tags. Quasi dem Futter von Spidern und Crawlern. Ist die Website mit passenden Metadaten ausgestattet, beißt auch die Suchmaschine an. Sinnvoll eingesetzt bieten sie so enorme Chancen für Webcontent-Anbieter. Natürlich arbeiten unseriöse Anbieter mit allerhand Tricks, um den User auf ihre Seiten zu lotsen. Beispielsweise werden besonders erfolgreiche Keywords "raubkopiert" und in weißer Schrift auf weißem Grund irgendwo auf der Website installiert. Die Folge: Ein User sucht nach Informationen zum Thema PS-starke Motorräder und bekommt eine Website für Unfallversicherungen untergejubelt. Aber mit unseriösen Methoden wollen wir uns gar nicht lange aufhalten. "Meta-Tags are dead" titeln bereits führende internationale Magazine der Multimediabranche. Seriös ist dafür der Einsatz sichtbarer Metadaten.

Metadaten-Bestimmung

Zur Bestimmung geeigneter Titel- und Keyword-Meta-Tags, also der für Suchmaschinenerfolge so unverzichtbaren Schlüsselbegriffe, bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Der einfachste Weg führt über eine manuelle oder maschinelle Textanalyse zur Bestimmung geeigneter Meta-Tags. Dies bedeutet in der Praxis, dass der komplette Text einer Website einer eingehenden Analyse unterzogen wird. Siebt man dabei sämtliche Stop-Words - also die beliebten "Allerweltswörter" - heraus, bleibt eine überschaubare Anzahl von Wörtern übrig, aus denen bequem die Schlüsselbegriffe bestimmt werden können. Eine derartige Vorgehensweise ist allerdings abhängig vom Umfang der zu analysierenden Website. Ein Nachteil dieser Methode ist hingegen, dass ausschließlich der Wortbestand der Website zur Bestimmung der Metadaten herangezogen wird - und damit die Vorgabe des Anbieters einer Website. Dass die User auf der Basis komplett abweichender Suchbegriffe das weltweite Netz durchforsten, kann bei dieser Methode nicht ausgeschlossen werden.

Begriffsraum-Analysen

Nach welchen Begriffen suchen Internetbenutzer in Suchmaschinen? Die Antwort auf diese Frage ist absolut entscheidend für den Erfolg einer Website. Sind diese Termini erst einmal bekannt, lassen sich die oben beschriebenen Metadaten problemlos an die Begriffswelt der User anpassen. Häufig stellt sich bei einer solchen Analyse heraus, dass zwischen dem Website-Anbieter und dem Website-Benutzer eine interessante Divergenz besteht. Ein Beispiel: Ein Hersteller hochwertiger Schreibgeräte verzichtet in seinen Metadaten auf den Begriff "Stift". Was wäre aber, wenn ein Großteil der User genau danach recherchieren würde? Eine Katastrophe! Der Website-Anbieter wird kaum in den Suchergebnisseiten der suchenden User erscheinen. Umso stärker muss bei einer Suchmaschinen-Optimierung einer Website darauf geachtet werden, dass die Begriffswelt von Anbieter und User übereinstimmt.

Zum Abschluss noch ein Blick auf folgendes Szenario: Sie fahren auf einer Autobahn, auf der nur jede zehnte oder elfte Ausfahrt beschildert ist. Ziemlich unpraktisch, oder? Genauso fühlen sich aber Internetuser bei der Suche nach Informationen im World Wide Web - ziemlich orientierungslos. Lassen Sie uns daran arbeiten, dass die weltweite Vernetzung die Effizienz erhält, die sie verdient. Der Einsatz von sichtbaren Metadaten wäre ein Weg(weiser).

 

 

 

 

 

 

 

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